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Pflegende Mitarbeitende in Frankreich: 31 Milliarden Euro Kosten für Unternehmen

Pflegende Mitarbeitende in Frankreich: 31 Milliarden Euro Kosten für Unternehmen

Eine HR-Leiterin eines Konzerns mit 2 500 Mitarbeitenden erzählte mir, sie habe während eines Jahresgesprächs entdeckt, dass ihre beste Vertriebsleiterin sich seit zwei Jahren um ihre Mutter kümmerte, die langsam in die Pflegebedürftigkeit abrutschte. 1 bis 2 Stunden täglich am Telefon. Ein Wochenende pro Monat 400 km von zu Hause entfernt. Sie hatte nie ein Wort darüber verloren.

Diese Szene wird sich wiederholen. Häufig. Bis 2030 wird in Frankreich jede vierte Beschäftigte #pflegende Person sein. Die meisten werden es nicht sagen.

Die unsichtbaren #Pflegenden

Die Zahlen sind den Fachleuten bekannt, von Vorständen und HR-Leitungen aber noch viel zu oft ignoriert.

8,6 Stunden pro Woche im Schnitt für einen pflegebedürftigen Angehörigen. Das Äquivalent eines vollen zusätzlichen Arbeitstags.

63 % der pflegenden Mitarbeitenden haben ihrem Arbeitgeber nichts gesagt. Und unter ihnen ziehen 46 % es vor, dass es so bleibt.

44 % finden, dass ihr Unternehmen sie schlecht begleitet. 98 % sind der Meinung, dass das Unternehmen konkrete Lösungen anbieten sollte.

Geschätzte Kosten für Unternehmen der Privatwirtschaft in Frankreich: 24 bis 31 Milliarden Euro pro Jahr.

Quellen: OCIRP - Engagés pour l'autonomie!, Club Landoy - groupe Bayard, Nathalie Chusseau - Les coûts cachés des aidants pour l'entreprise.

Warum dieses Schweigen?

Die HR-Werkzeuge in den Unternehmen sind auf Elternschaft ausgerichtet, nicht auf Pflege. Elternzeit, Betriebskrippen, angepasste Arbeitszeiten für kranke Kinder: ein ganzes Dispositiv. Für Pflegende kaum etwas Vergleichbares. Broschüren gibt es. Branchenvereinbarungen auch. Doch in der Praxis sehen die meisten pflegenden Mitarbeitenden nicht, was ihnen ihr Arbeitgeber wirklich Nützliches anbietet.

Die Unternehmen wiederum sehen ihre pflegenden Mitarbeitenden nicht. Wie soll man einer Bevölkerung etwas anbieten, die sich nicht zu erkennen gibt? Pflege bleibt eine unsichtbare Variable in den HR-Tabellen, eine Grauzone in Sozialverhandlungen, ein blinder Fleck in Engagement-Befragungen.

Und diese Asymmetrie kostet beide Seiten teuer.

Die doppelte Last

Marie-Anne Montchamp, Generaldirektorin der OCIRP, hat dieses Thema mit chirurgischer Präzision formuliert. Ihre Gründungsthese: „Alles entscheidet sich (oder fast alles) vor dem 63,5. Lebensjahr", dem durchschnittlichen Renteneintrittsalter in Frankreich. Vor dieser Schwelle prägen vier Mechanismen das Altern eines Menschen: berufliche Abnutzung, Primärprävention (oder ihr Fehlen), Isolation, soziale und berufliche Entkopplung.

Die pflegende Mitarbeitende absorbiert diese vier Mechanismen doppelt. Die eigene Alterungsbahn. Und die Last desjenigen oder derjenigen, die sie begleitet. Die eigene Gesundheit. Und die körperlichen und seelischen Folgen der Pflege darauf.

Das nennt die OCIRP die doppelte Last. Und das macht das Thema strategisch, nicht bloß sozial. Pflege ist nicht nur eine Frage des betrieblichen Wohlwollens. Sie ist eine Frage des Humankapitals, der nachhaltigen Leistung, der intergenerationellen Gerechtigkeit.

Was Pflegende von Unternehmen erwarten

Anerkannt werden, ohne sich erklären zu müssen. Wer sich als Pflegende offenbart, setzt sich aus. Sie weiß das. Es braucht also Lösungen, die Mitarbeitende nutzen können, ohne ein Kästchen „Ich bin pflegende Person" anzukreuzen. Anerkennung läuft über Zugang, nicht über Erfassung.

Konkrete Lösungen erhalten, keine Broschüren. Informationsinhalte sind notwendig, sie reichen nicht. Pflegende Mitarbeitende brauchen operative Unterstützung: jemanden, der einen Anruf übernimmt, einen Termin, eine Medikamentenerinnerung, die Koordination mit einem ambulanten Pflegedienst. Tatsächlich geleistete Arbeit, keine dokumentierte Arbeit.

Wirkung messen. Nutzung, Akzeptanz, Auswirkungen auf Fehlzeiten, auf Engagement, auf die psychische Gesundheit. Sozialpartner verlangen es. Genau das verwandelt eine CSR-Politik in einen Leistungshebel und ein angekündigtes Engagement in ein gehaltenes Engagement.

Konkrete Lösung: genau das bauen wir bei Agely. Eine sprachgesteuerte KI-Plattform, die die menschliche Arbeit der Pflegenden nicht ersetzt. Die sie verstärkt. Die die wiederkehrenden und zeitraubenden Aufgaben übernimmt (Erinnerungen, Koordination, Beobachtung, Stimulation, Wachsamkeit, soziale Verbindung), damit pflegende Mitarbeitende Luft und Zeit zurückgewinnen. Und damit sie sich von der Schuld lösen, nicht mehr zu tun.

Alles entscheidet sich vor dem 63,5. Lebensjahr, erinnerte Marie-Anne Montchamp. Es entscheidet sich in Unternehmen, in Ihren Teams, jeden Tag. Jetzt sind wir dran.

Care is human. We amplify it.